Plenarvortrag Prof. Dr. Hille Haker/Frankfurt am Main
Medizinethische Grundfragen der Aids-Bekämpfung

Trotz einiger Anstrengungen in den letzten Jahren ist die Medizinische Ethik im Kontext von HIV/AIDS bis heute noch nicht sehr weit entwickelt. Zum Teil liegt dies daran, dass HIV/AIDS beinahe alle klassischen Felder der Medizinethik betrifft. Sie umfasst die Reflexion auf alle Handlungen und Praktiken im Zusammenhang mit der Aids-Bekämpfung sowie Aids-Behandlung, insbesondere Fragen der Identität des/der Betroffenen, Fragen der Beziehung zwischen Patienten und Arzt, Pflegenden und Beratern, Fragen der Prävention, vor allem auch im Hinblick auf klinische Versuche. Der letzte Bereich grenzt an die sozial- & bioethische Fragestellung der Gesundheitspolitik und Globalen Gesundheit, soll im Vortrag jedoch vor allem aus der Perspektive der medizinischen Ethik diskutiert werden: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die Prävention sowie die medizinische Forschung den ethischen Standards entsprechen, die in den letzten Jahrzehnten erarbeitet wurden? Wie kann den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patienten Rechnung getragen werden (Männer, Frauen, Kinder)? Welche Rolle spielen kulturelle und religiöse Werte bei der Beratung und Begleitung, welche Rolle sollen oder dürfen sie spielen?
Die Analyse von medizinischer Aids-Bekämpfung und Ethik bezieht sich wechselweise auf die deutsche und die internationale Situation, um auf diese Weise die sehr verschiedenen Umgangsweisen mit HIV/AIDS aufzuzeigen.
Prof. Dr. Hille Haker
ist Professorin für Moraltheologie/Sozialethik am Fachbereich Katholische Theologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
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Prof. Dr. Michael Quante/Köln
Der Umgang mit Sterbenden unter besonderer Berücksichtigung der medizinethischen Dimensionen des Arzt-Patientenverhältnisses

Der Umgang mit dem Sterben ist emotional belastend und ethisch umstritten. Unabhängig von der AIDS-Erkrankung sind allgemein grundlegende Fragen zu beantworten, wie die nach dem Verhältnis von Sterbebegleitung oder Sterbehilfe, nach den Grenzen der Selbstbestimmung und nach der ethischen Belastbarkeit von solchen Unterscheidungen wie Tun versus Unterlassen, Beabsichtigen versus in Kaufnehmen oder aktive versus passive Sterbehilfe. Hinzu kommen die spezifischen ethischen Gesichtspunkte, die aus dem Arzt-Patientenverhältnis und dem Ethos des ärztlichen Handelns erwachsen. Es gilt hier, verschiedene Typen von Argumenten zu unterscheiden und unterschiedliche Arten ethisch berechtigter Ansprüche zu identifizieren. Nur auf der Basis einer kontextsensitiven und differenzierten ethischen Theorie lassen sich ethisch angemessene Umgangsformen entwickeln, die in einer säkularisierten und pluralistisch verfassten Gesellschaft begründet werden können.
Prof. Dr. Michael Quante
ist Professor für Philosophie an der Universität zu Köln

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Programm

Plenarvortrag
"Medizinethische Grundfragen der Aids-Bekämpfung"
Prof. Dr. Hille Haker

Casino 823 - Festsaal
Fr, 20.06. 15:00-15:45 Uhr

Vortrag mit Podiumsdiskussion
"Der Umgang mit Sterbenden unter besonderer Berücksichtigung der medizinethischen Dimensionen des Arzt-Patienten-Verhältnisses"
Prof. Dr. Michael Quante

Moderation:
Dr. Monika Bobbert
Podium:
Prof. Dr. Hille Haker; Dr. Christoph Zink

Casino 1.801
Fr, 20.06. 17:00-18:30 Uhr

Workshop II
„Der Arzt weiß schon, was für mich gut ist!“

Referenten:
Christoph Kranich/Hamburg; Bernd Vielhaber/Edemissen (angefragt)
Moderation:
Armin Schafberger/Berlin

Casino 1.802
Fr, 20.6., 17.00-18.30 Uhr